Existenzmoden : Auf großer Fahrt mit Bruno Latour und dem Schweizerischen Wandervogel
Obwohl die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) eigentlich Verbindungen huldigt, Latour sogar verschiedene historische Studien publiziert hat und sich die Geschichtswissenschaft seit langem auch mit Anthropologie und Soziologie auseinandersetzt, kam es bislang nur selten zu Brückenschlägen zwischen der ANT und der Historiographie. In einem ersten Schritt untersucht der Beitrag daher, warum das Verhältnis zwischen ANT und Historiographie häufig von gegenseitiger Geringschätzung geprägt war. Um in einem zweiten Schritt prüfen zu können, was der Ertrag einer historischen ANT sein könnte, geht der Beitrag mit Latour den Fahrten des Schweizerischen Wandervogels nach, einer Jugendbewegung, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dem gemeinsamen Wandern verschrieben hatte. Wie sich zeigt, könnte es sich bei unwissenschaftlichen Akteur-Netzwerken wie dem Wandervogel als ertragreich erweisen, Latours Methode aus Science in Action selbst symmetrisch auf Dinge anzuwenden und auch eine Art Stilkunde zu betreiben.
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