Migrationsandere Kinder durch den Alltag begleiten : Zum Verhältnis von Forschungsbeziehung und ethnografischer Feldkonstitution
Im Beitrag werden methodologische Fragen aufgeworfen, die sich aus dem Verhältnis zwischen der Etablierung von (Forschungs-)beziehungen und der Entstehung eines ethnografischen Feldes ergeben. Basierend auf den Daten einer mehrjährigen, multilokalen Ethnografie zu kindlicher Zugehörigkeit in der Migrationsgesellschaft, wird dazu ein ethnografischer Weg rekonstruiert, der sich im Begleiten eines Kindes durch seinen transnationalen Alltag eröffnete. Es werden Situationen entlang des Weges beschrieben, in denen wechselnde Loyalitäten und unterschiedliche Autoritäten sichtbar werden, in den sozialen Ordnungen, in denen die Ethnografin und das Kind je individuell, sowie auch zueinander, in Beziehung traten. Im Beitrag wird analysiert, wie das ethnografische Feld durch multireferentielle soziale Ordnungen mitunter in konfligierende Machtdynamiken eingelassen ist. Aus der Rekonstruktion heraus plädiert er dafür, den prozesshaften, ethisch komplexen Situationen in der qualitativen Ungleichheitsforschung analytisch und sozial adäquate Räume zuzusprechen, und dabei eine Konstruktion des „Guten Forschungskindes“ aufzugeben.
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