Der akute Einfluss von Sport auf die Nervenleitgeschwindigkeit : Eine prospektive, randomisierte und kontrollierte Untersuchung an gesunden Jugendlichen
In dieser Arbeit wurde untersucht, ob sich die Nervenleitgeschwindigkeit (also wie schnell Nervensignale im Körper weitergeleitet werden) durch eine kurze sportliche Aktivität verändert. Der Hintergrund ist, dass sich durch Aufwärmen vor dem Sport nicht nur die Muskeln, sondern möglicherweise auch die Nerven schneller aktivieren lassen. Das könnte die Reaktionszeit verbessern, was vor allem im Sport oder auch im Alltag nützlich sein kann. Für den Versuch wurden 15 gesunde männliche Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren getestet. Sie wurden per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe joggte 30 Minuten lang (Interventionsgruppe), die andere ruhte sich in dieser Zeit aus (Kontrollgruppe). Vor und nach dieser Zeit wurden bei allen Teilnehmenden die Nervenleitgeschwindigkeiten an Armen und Beinen gemessen, ausserdem auch die Hauttemperatur. Die Messungen fanden unter gleichbleibenden Bedingungen im Labor statt. Das Ergebnis war etwas überraschend: Weder die Nervenleitgeschwindigkeit noch die Hauttemperatur zeigten nach dem Joggen deutliche Veränderungen – es gab also keinen messbaren Effekt. Auch im Vergleich zur Ruhegruppe war kein Unterschied feststellbar. Damit konnte die ursprüngliche Vermutung, dass Bewegung die Nerven schneller leiten lässt, in diesem Fall nicht bestätigt werden. Mögliche Gründe dafür könnten sein, dass die Bewegung zu wenig intensiv war oder dass es draussen zu kalt war, um den Körper wirklich aufzuwärmen. Auch war die Gruppe eher klein, was es schwieriger macht, Unterschiede zu erkennen. Zusammengefasst lässt sich sagen: Kurzes Joggen reicht bei gesunden Jugendlichen nicht aus, um die Nervenleitgeschwindigkeit messbar zu steigern. Für künftige Studien wäre es spannend, intensivere Bewegungen oder längere Trainingszeiten zu testen.
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