Seminaristisch oder maturitätsgebunden – Zur bildungssystematischen Verortung der Lehrpersonenbildung im LEMO-Bericht anhand dreier ausgewählter Kantone
Das im LEMO-Bericht enthaltene Kapitel der Gegenüberstellung von seminaristischem und maturitätsgebundenem Weg der Lehrpersonenbildung erfuhr in der Rezeption erhöhte Aufmerksamkeit, wenngleich mit dem Bericht selbst keine Strukturdiskussion beabsichtigt worden war. Vor diesem Hintergrund verfolgt der vorliegende Beitrag eine bildungssystematische Verortung der Lehrpersonenbildung zur Zeit des LEMO-Berichts unter Berücksichtigung der föderalen Strukturen der Schweiz. Im Fokus stehen drei ausgewählte Kantone (Thurgau, Tessin und Basel-Stadt), die den Ausbau der nachobligatorischen Bildung zur Zeit der Bildungsexpansion unterschiedlich gestalteten und die Lehrpersonenbildung entsprechend positionierten. Die im LEMO-Bericht dargestellten Wege der Lehrpersonenbildung wurden von den ausgewählten Kantonen sowohl in der offiziellen Vernehmlassung als auch innerkantonal unterschiedlich bewertet. Dabei zeigt sich, wie der Lehrpersonenmangel, die aufkommende Debatte um Chancengleichheit wie auch der verstärkte Wunsch nach einer Stärkung der Wissenschaftsorientierung die zentralen Spannungsfelder der damaligen Verortung der Lehrpersonenbildung im Bildungssystem darstellten.
