Qualität aus Kinderperspektive : Einstellungen der pädagogischen Fachpersonen zum Einbezug der Kinderperspektive in die Gestaltung des pädagogischen Alltags
Aktuell ist wenig darüber bekannt, wie pädagogische Fachpersonen Rückmeldungen von Kindern interpretieren und in ihre Praxis integrieren. Ziel dieser Arbeit ist es, die Einstellungen pädagogischer Fachpersonen zum Einbezug der Kinderperspektive in den pädagogischen Alltag zu untersuchen. Um die Fragestellung zu beantworten, wurden im Rahmen einer qualitativen Untersuchung Kinderperspektiven über die App «GrazIAS Kinderperspektive» erhoben und in anschliessenden narrativen Interviews mit den Klassenlehrpersonen thematisiert. Die Ergebnisse zeigen, dass jede Kinderaussage kontextabhängig bewertet und von den pädagogischen Fachpersonen insgesamt häufiger relativiert als anerkannt wurden. Subjektive Überzeugungen, Erfahrungen im bisherigen Umgang mit Kinderperspektiven und gegebene Bedingungen spielen dabei als wesentliche Faktoren in die Gesamtbewertung einer Kinderaussage hinein. Die Untersuchung deutet folglich darauf hin, dass die pädagogischen Fachpersonen tendenziell eine negative oder kritische Einstellung gegenüber dem Einbezug der Kinderperspektive in die Gestaltung des pädagogischen Alltags haben.