Feministische Ästhetik : Der weibliche Körper als Medium zur Dekonstruktion von Geschlechterbildern bei Pipilotti Rist und Marina Abramovic

Die Darstellung des weiblichen Körpers in der Kunst war über Jahrhunderte hinweg von patriarchalen Machtverhältnissen geprägt. Frauen wurden zumeist nicht als handelnde Subjekte, sondern als passive Objekte männlicher Betrachtung inszeniert. Mit dem Aufkommen feministischer Kunst seit den 1960er-Jahren beginnt eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dieser Bildtradition – insbesondere durch Künstlerinnen wie Pipilotti Rist und Marina Abramović, die ihren eigenen Körper als Medium nutzen, um gesellschaftlich tradierte Geschlechterrollen kritisch zu hinterfragen. Ausgehend von dieser Situation erweist sich folgende Fragestellung als zentral: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zeigen sich in den ästhetischen und konzeptuellen Ansätzen von Pipilotti Rist und Marina Abramović in der Nutzung des weiblichen Körpers als künstlerisches Medium in der feministischen Performance- und Videokunst, und wie tragen diese Ansätze zur Dekonstruktion traditioneller Geschlechterbilder bei? Die vorliegende Arbeit untersucht, wie und ob der weibliche Körper als zentrales Ausdrucksmittel eingesetzt wird, um normative Geschlechterbilder zu dekonstruieren. Ziel dieser Arbeit ist es, die ästhetischen und konzeptuellen Ansätze der beiden Künstlerinnen im Umgang mit dem weiblichen Körper zu analysieren und vergleichend gegenüberzustellen. Zudem soll erörtert werden, wie ihre Kunstwerke feministische Sichtweisen auf Körper, Subjektivität und Macht thematisieren. Der Aufbau der Arbeit folgt dieser Zielsetzung: Zunächst wird ein theoretischer Rahmen zu feministischer Kunst, Blickregimen und Körperpolitik entwickelt, um zentrale Begriffe und Diskurse zu kontextualisieren. Darauf aufbauend wird das methodische Vorgehen erläutert, welches auf einer werkbezogenen, theoriegeleiteten Analyse basiert. Die methodische Grundlage bildet eine vergleichende Untersuchung ausgewählter Arbeiten von Pipilotti Rist und Marina Abramović. Dabei werden zentrale Analyseebenen berücksichtigt – darunter medienästhetische Gestaltung, Körperinszenierung, Blickstrukturen und affektive Bildwirkung. Die einzelnen Werke werden zunächst separat analysiert, bevor sie hinsichtlich ihrer ästhetischen und konzeptuellen Strategien gegenübergestellt werden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Körperinszenierung herauszuarbeiten. Abschliessend werden zentrale Erkenntnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage diskutiert und die Beiträge beider Künstlerinnen zum feministischen Diskurs sowie zur aktuellen Relevanz ihrer Bildstrategien kritisch reflektiert.

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