Radikalismusprävention an Sekundarschulen : Bestandaufnahme in Winterthur-Stadt

In der vorliegenden verkürzten Masterarbeit wurde untersucht inwiefern Sekundarlehrpersonen im Schulkreis WinterthurStadt Strategien zur Prävention von Radikalisierungsprozessen hin zu Autoritarismus bei Jugendlichen anwenden Dazu wurde eine qualitative Bestandsaufnahme mittels halbstrukturierter Interviews mit drei erfahrenen Sekundarlehrpersonen durchgeführt Die gewonnenen Daten wurden transkribiert und mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet Die Ergebnisse zeigen dass Lehrpersonen vereinzelt autoritäre oder sich radikal ausdrückende Einstellungstendenzen bei Jugendlichen beobachten wie beispielsweise diskriminierende Sprache (homophobe und ableistische Beschimpfungen) oder bei einem Fall eine verstärkt religiös motivierte Veränderung der Persönlichkeit mit zunehmender Abgrenzung Als Reaktion setzen sie vor allem auf pädagogische Präventionsstrategien Sie fördern im Schulalltag gezielt demokratische Werte und Toleranz intervenieren bei Warnsignalen unmittelbar durch Gespräche und bauen vertrauensvolle Beziehungen zu den Jugendlichen auf In ernsteren Verdachtsfällen ziehen sie zudem externe Unterstützung hinzu indem sie die Zusammenarbeit mit Eltern Schulsozialarbeit oder Fachstellen suchen Schwerwiegende Radikalisierungsfälle traten im untersuchten Rahmen nicht auf oder nur vereinzelt durch beispielsweise einen rechtsextremen Jugendlichen in der Vergangenheit Beobachtete Tendenzen blieben meist im Frühstadium und konnten durch die genannten Massnahmen früh angegangen werden Schlussfolgernd wird festgestellt dass Prävention von Radikalisierungsprozessen an WinterthurStadtSekundarschulen grundsätzlich gut funktioniert und (bewusst oder unbewusst) stattfindet aber auch stärker institutionell verankert und durch spezifische Weiterbildungs und Unterstützungsmöglichkeiten ausgebaut werden könnte um Radikalisierungsprozessen in Zukunft mit Hinblick auf SocialMedia nachhaltig entgegenzutreten.

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