Digitaler Wandel in der Geometrie : Die Zukunft des praktischen Unterrichts

Diese Masterarbeit untersucht den Einfluss der Digitalisierung auf den Einsatz praktischer Werkzeuge im Geometrieunterricht an Sekundarschulen im Kanton Thurgau Dabei wird untersucht Wie sieht der zukünftige praktische Geometrieunterricht mit der zunehmenden Digitalisierung aus Die vorliegende Arbeit hat folgende Ziele Erstens soll ein Überblick über den Einsatz digitaler Medien im Geometrieunterricht der Sekundarstufe I gewonnen werden Zweitens soll die Rolle praktischer Geometriewerkzeuge im digitalen Zeitalter mit Fokus auf weiterführende Schulen beleuchtet und drittens Anforderungen für einen zukunftsorientierten Geometrieunterricht abgeleitet werden Zur Beantwortung der Fragestellung und zum Erreichen der Ziele wurde zunächst eine literarische Analyse zum Einsatz dynamischer Geometriesoftware durchgeführt Es folgte eine Untersuchung der Applets und Aufgaben des Zürcher Lehrmittelverlags sowie der Lehrpläne Aus den gewonnenen Erkenntnissen wurde ein Fragebogen zur Datenerhebung erstellt und von Lehrpersonen an ausgewählten Sekundarschulen im Kanton Thurgau ausgefüllt Um die Anforderungen von Lehrpersonen der Sekundarstufe II an Schülerinnen und Schüler beim Übertritt von der Sekundarstufe I zu erfassen wurden zunächst anhand ausgewählter Lehrberufe die erforderlichen geometrischen Kompetenzen mithilfe des Berner Kompetenzrasters überprüft Darauf aufbauend folgten drei leitfadengestützte Interviews mit Lehrpersonen aus der Kantonsschule der Berufsmaturitätsschule und der Berufsschule Im quantitativen Teil zeigten die Ergebnisse dass nach Meinung der Lehrpersonen die praktische Geometrie insbesondere zur Förderung der Feinmotorik auch in Zukunft vermittelt werden sollte Aufgrund der Vor und Nachteile digitaler Werkzeuge deutet vieles auf eine zukünftige hybride Unterrichtsform hin Weiter wurde deutlich dass beim Einsatz digitaler Geräte eine Tendenz zu oberflächlichem Lernen erkennbar ist Zudem ist eine methodische Unterstützung seitens des Kantons sowie Anpassungen an die Lehrmittel erforderlich Die Auswertung der Interviews mit Lehrpersonen der Sekundarstufe II verdeutlicht dass praktische Fertigkeiten teilweise bereits jetzt und zukünftig auf dieser Stufe nicht mehr relevant sind Weiter wurde deutlich dass auf der Sekundarstufe I der Vermittlung von Grundlagen und der Förderung von Plausibilitätsprüfungen mehr Beachtung geschenkt werden muss Die Zukunft der praktischen Geometrie ist ungewiss Entscheidend ist die nachhaltige Vermittlung zentraler Konzepte und der sinnvolle Einsatz digitaler und analoger Medien Insgesamt lieferten die Ergebnisse wertvolle Impulse für einen zukunftsorientierten Geometrieunterricht auf der Sekundarstufe I aus denen Empfehlungen für Lehrpersonen Schulen das Bildungswesen und Lehrmittelverlage abgeleitet wurden Abschliessend zeigt die Arbeit dass weitere Forschung im Hinblick auf digitales Lernen insbesondere im Kontext oberflächlicher Lernprozesse und hinsichtlich der Bedeutung motorischer Handlungen für die Wissensspeicherung erforderlich ist.

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