Raum der Zugehörigkeit - Wie Erstklasskinder im Churermodell Zugehörigkeit erleben und gestalten : Im Rahmen der Studienpartizipation des Forschungsprojekts «Zugehörigkeit in der Kindheit»
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Kinder, die nach dem Churermodell unterrichtet werden, Zugehörigkeit im Schulalltag herstellen und inwiefern der Raum dabei eine unterstützende Rolle spielt. Aufbauend auf theoretischen Konzepten zu Zugehörigkeit als dynamischen, sozialen und räumlich gebundenen Prozess wurde eine empirische Untersuchung im Rahmen des Projekts «Zugehörigkeit in der Kindheit» durchgeführt. Zwei Erstklasskinder wurden über mehrere Monate mittels teilnehmender Beobachtung begleitet. Die erhobenen Feldnotizen wurden nach dem Prinzip der Grounded Theory ausgewertet. Dabei wurden drei zentrale Kernkategorien identifiziert: Zugehörigkeit im Klassenzimmer, Raum als Strukturgeber für Zugehörigkeit und Übergänge als Zugehörigkeitsmechanismus. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder Zugehörigkeit insbesondere über verbale und nonverbale Interaktionen wie Sprache, Blickkontakt und Nähe herstellen, jedoch auch Ausschlüsse und das Grenzen setzen erfahren. Der Raum, insbesondere Elemente wie der Kreis, der Beratungstisch und die freie Wahl des Arbeitsplatzes, bieten wichtige Bezugspunkte für Zugehörigkeit und ermöglichen es den Kindern, aktiv über Zugehörigkeit zu entscheiden. Die Studie zeigt auf, dass das Churermodell durch seine Struktur Zugehörigkeit fördert. Gleichzeitig bleiben Fragen offen, welche konkreten räumlichen Gestaltungsmerkmale Zugehörigkeit im schulischen Kontext besonders fördern oder behindern.