Digitale Unterstützung im Klassenzimmer : Augmented Reality als Werkzeug für inklusiven Unterricht
Die vorliegende Masterarbeit beschäGigt sich mit der Frage, wie Augmented Reality (AR) im inklusiven Unterricht der Sekundarstufe I im Kanton Thurgau sinnvoll eingesetzt werden kann, um insbesondere Schülerinnen und Schüler mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen, mit Fokus auf Lernschwierigkeiten, besser zu integrieren. Ziel der Arbeit ist, das Potenzial dieser Technologie als Unterstützung für personalisierte Bildungsprozesse zu analysieren sowie mögliche Herausforderungen und Grenzen in der schulischen Praxis aufzuzeigen. Ausgehend von einem theore`schen Fundament, das die Konzepte der Inklusion, der personalisierten Bildung sowie der digitalen Transforma`on im Schulwesen behandelt, wird AR als eine mögliche Weiterentwicklung der bestehenden digitalen AusstaHung an Schulen thematisiert. Die Arbeit stellt dar, inwiefern sich AR von verwandten Technologien, wie Virtual Reality abgrenzt und welches spezifische Potenzial sie im schulischen Kontext entfalten kann, insbesondere im Hinblick auf differenzierende, visuelle und motivierende Lernszenarien. Die empirische Untersuchung basiert auf leiiadengestützten Interviews mit Schulleitungen, Lehrpersonen, Lernenden und deren Eltern. Ausgewertet wurden dabei sowohl die bestehenden Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien im Unterricht als auch konkrete Einschätzungen zur Integration und zum Nutzen von AR. Die Ergebnisse zeigen, dass AR insbesondere dort gewinnbringend eingesetzt werden kann, wo es um die Veranschaulichung komplexer Inhalte, die Förderung von Selbststeuerung und Motivation sowie die individuelle Anpassung von Lernprozessen geht. Gleichzeitig werden jedoch auch deutliche Hürden sichtbar, wie fehlende Infrastruktur, unzureichende didaktische Konzepte und Weiterbildungsbedarf aufseiten der Lehrpersonen. In der Diskussion wird herausgearbeitet, dass AR vorwiegend dann einen Mehrwert bietet, wenn es gezielt und reflektiert eingesetzt und eingebettet in ein pädagogisches Gesamtkonzept wird, das die Bedürfnisse aller Lernenden berücksichtigt. Die Arbeit schliesst mit einem Ausblick auf mögliche Weiterentwicklungen und betont die Notwendigkeit, digitale Innovationen wie AR nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines umfassenden schulischen Wandels hin zu mehr Individualisierung, Teilhabe und Inklusion.