Einfluss der kulturellen Identifikationen von Lehrpersonen auf ihre Wahrnehmung von und ihren Umgang mit der Diversität der Klasse
Die vorliegende Forschungsarbeit widmet sich folgender zentralen Fragestellung: «Welche Auswirkungen haben die kulturellen Identifikationen einer Lehrperson auf die Herangehensweise an sowohl interkulturelle als auch intersektionale Aspekte im Klassenzimmer?». Diese Fragestellung bietet die Möglichkeit, zentrale Themen wie Identität, Identifikation, Kultur, Diversität, Interkulturalität und Intersektionalität miteinander zu verknüpfen und in einem gemeinsamen Zusammenhang zu betrachten. Während die Fachliteratur einen grundlegenden theoretischen Zugang zu diesen Themenbereichen ermöglicht, bildet die qualitative Forschung den Schwerpunkt und auch das Herzstück dieser Arbeit. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden problemzentrierte Interviews mit fünf Lehrpersonen durchgeführt. Diese Gespräche lieferten vielfältige Einblicke in die persönlichen Erfahrungen und Perspektiven im Umgang mit kultureller Vielfalt im schulischen Alltag. Die Auswertung erfolgte mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, wobei ein induktiv entwickeltes Kategoriensystem zur Strukturierung der Daten diente. Die Auswertung der Interviews verdeutlicht, dass die kulturelle Selbstverortung von Lehrpersonen einen spürbaren Einfluss auf ihren Umgang mit Diversität im Klassenzimmer hat. Ebenso entscheidend ist jedoch ein aufrichtiges Interesse an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler sowie die Selbstreflexion hinsichtlich der eigenen kulturellen Prägung. Die Herkunft allein ist dabei nicht ausschlaggebend. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass interkulturelle und intersektionale Perspektiven zwar intuitiv und implizit in den Unterricht implementiert werden, ein bewusster und systematischer Umgang mit diesen Konzepten jedoch weitgehend fehlt.