Fleischkonsum - eine Gewissensfrage?

Diese Arbeit fokussiert sich auf folgende Forschungsfrage: Wie unterscheiden sich die mittelteuren und teuren Fleischlabels von Coop, Migros, Aldi und Lidl hinsichtlich Fleischherkunft, Produktionsbedingungen, Verkauf und Labelvorgaben? Um die Fragestellung adäquat beantworten zu können, wurden die theoretischen Anforderungen der jeweiligen Labels (Naturabeef, Bio Suisse, Bioweiderind, IP-Suisse und Qualitätsmanagement) erarbeitet und anschliessend mit Betriebsbesuchen eines jeweiligen Produzenten und mittels Interviews qualitativ verglichen. Das Ganze wird unterstützt durch zwei Experteninterviews mit dem Schweizer Bauernverband und Mutterkuh Schweiz, welche eine weitere Sicht auf die Rindfleischproduktion in der Schweiz gaben. Zusätzlich wurde ein Metzger hinzugezogen, der seit Jahren selbst schlachtet und seine Meinung und Ansichten zu Labels und der Rindfleischproduktion kundtat. Es ergab sich, dass sich die gestellten Anforderungen von den jeweiligen Labels stark unterscheiden. Dennoch bauen alle auf dem Schweizer Tierschutzgesetz und dem Qualitätsmanagement (QM) auf. Es zeigt sich, dass die Schweizer Tierhaltung dadurch bereits einen gewissen Standard voraussetzt. Zusätzlich gibt es zwei Tierwohlprogramme des Bundes Besonders tierfreundliche Stallhaltung (BTS) und Regelmässiger Auslauf ins Freie (RAUS), die je nach Zugehörigkeit eines Programmes verpflichtend oder freiwillig sind. Die Anforderungen der Programme oder Labels wurden von den ausgewählten Produzierenden vorbildlich umgesetzt. Dennoch ist auCällig, dass die Wahrnehmung von uns Konsumierenden manchmal nicht mit der Realität übereinstimmt. IP-Suisse beispielsweise setzt als einziges Label in der höherklassigen Preiskategorie keinen Weidegang voraus. Zusätzlich spannend ist die Tierhaltung im QM-Bereich, welche trotz tieferen Anforderungen als grundsätzlich tierfreundlich erachtet werden konnte. Limitiert wurde die Arbeit unteranderem dadurch, dass der IP-Suisse Hof nicht besichtigt werden konnte und das Gespräch per Teams stattgefunden hat. Weiterführend wäre ein landesübergreifender Vergleich sehr spannend, um aufzuzeigen, wie gut die Mindeststandards der Fleischproduktion in der Schweiz im Vergleich zum Ausland sind.

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