Darstellungen von Sub-Sahara-Afrika in Schweizer Geschichts-Lehrmitteln : Kontinuitäten und Brüche von den 1960er-Jahren bis heute

Diese Masterarbeit untersucht die Darstellungen von Sub-Sahara-Afrika in Schweizer Geschichtslehrmitteln aus den 1960er-Jahren bis heute im Kontext kolonialer und postkolonialer Wissensstrukturen. Das Ziel ist es, sowohl Kontinuitäten als auch Brüche in der Repräsentation afrikanischer Gesellschaften zu rekonstruieren und kritisch zu hinterfragen. Der Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass Lehrmittel nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch gesellschaftliche Deutungsmuster und historische Narrative prägen. Die Arbeit kombiniert eine strukturierte Inhaltsanalyse mit einer wissenssoziologischen und kritischen Diskursanalyse, um sowohl dominante Wissensordnungen als auch sprachliche und visuelle Machtstrukturen in den Lehrmitteln zu untersuchen. Die Analyse zeigt, dass rassistische Sprache weitgehend zurückgegangen ist. Dennoch bleiben eurozentrische Narrative und die Sichtweise Afrikas als Objekt europäischer Geschichte bestehen. Afrikanische Perspektiven sind nach wie vor marginalisiert, während koloniale Hierarchien sowohl visuell als auch sprachlich reproduziert werden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Geschichtslehrmittel trotz gewisser Fortschritte weiterhin koloniale Wissensstrukturen aufrechterhalten. Dies stellt eine wesentliche Herausforderung für die Entwicklung einer inklusiven und rassismuskritischen historischen Bildung dar. Die Ergebnisse zeigen, wie tief koloniale Wissensstrukturen in Schulmaterialien verwurzelt sind – selbst wenn sie nicht mehr offen benannt werden. Somit macht die Arbeit deutlich, inwiefern die schulische Wissensvermittlung Teil gesellschaftlicher Machtverhältnisse ist und welche Herausforderungen sich daraus für eine historische Bildung ergeben, die multiperspektivisch, kritisch und inklusiv sein möchte.

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