Unterricht während des 2. Weltkrieges in der Schweiz : Rollen und Aufgaben der Schule und der Lehrpersonen während der Aktivdienstzeit

Mit der Generalmobilmachung der Schweizer Armee im September 1939 veränderten sich die Rahmenbedingungen für das Schulwesen radikal Ausfälle durch Aktivdienst Kohleknappheit sowie der gesellschaftliche Auftrag zur Geistigen Landesverteidigung stellten Lehrpersonen und Schülerinnen bzw Schüler vor erhebliche Herausforderungen Diese Masterarbeit untersucht wie die Schweizerische Lehrerzeitung SLZ und ihre Sonderhefte in den Jahren 1939 – 1945 die Rolle von Schulen und Lehrpersonen darstellte und inwieweit diese offiziellen Darstellungen mit persönlichen Aufzeichnungen aus den Kantonen Thurgau Zürich und St Gallen übereinstimmen oder von ihnen abweichen Die zentrale Forschungsfrage lautet Wie thematisierten standespolitische Organe die Rolle von Schulen und Lehrpersonen während des Aktivdienstes und des Zweiten Weltkriegs 1939 – 1945 und wie spiegeln sich diese Darstellungen in persönlichen Aufzeichnungen aus den Kantonen Thurgau Zürich und St Gallen wider Methodisch wurde eine systematische Stichwortsuche Mobilisation Dienst Aufgabe Rolle ua in allen SLZ Heften von 1939 bis 1945 durchgeführt Parallel wurden Tagebücher Briefe und Zeitzeugenberichte aus den Staatsarchiven TG ZH und SG digital erfasst und chronologisch geordnet Anschliessend erfolgte eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring 2022 mit induktiver Kategorienbildung gefolgt von einer vergleichenden Analyse der codierten SLZ Beiträge und persönlichen Dokumenten Die SLZ betonte fünf Leitmotive Gemeinschaftssinn Zugehörigkeit Disziplin Solidarität und Stolz bzw Dienst am Vaterland Schule wurde als aktives Instrument der Geistigen Landesverteidigung inszeniert Schulgarten Altstoffsammlung Wochenbatzen Aktionen Briefe an Soldaten Den Lehrpersonen wurde eine Doppelfunktion zuteil Fachkräfte trotz Ressourcenknappheit und moralische Vorbilder im Aktivdienst Kriegsbezogene Themen Wehrkunde Luftschutz wurden von der SLZ praxisnah aufbereitet und zur Umsetzung empfohlen Persönliche Zeugnisse zeigen jedoch dass viele propagierte Angebote und Massnahmen nur punktuell realisiert wurden Die Analyse verdeutlicht ein Spannungsfeld zwischen pädagogischen Idealvorstellungen und praktischer Realität Offene Fragen und weiterführende Gedanken betreffen regionale Unterschiede weitere Oral History Interviews standardisierte Vergleichsstudien zur Zeit des Krieges und die seltene Überlieferung von persönlichen Tagebüchern von Lehrpersonen.

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