Mehrsprachigkeit aus Elternperspektive : Mütter migrationsbedingter mehrsprachiger Kinder über Mehrsprachigkeit und den Umgang damit im Bildungssystem

Diese Bachelorarbeit untersucht die Mehrsprachigkeit migrationsbedingter mehrsprachiger Kinder aus der Perspektive ihrer Mütter. Trotz der wachsenden Zahl mehrsprachig aufwachsender Kinder gibt es bislang nur wenige Studien, welche die Sicht der Eltern auf die sprachliche Bildung und Entwicklung ihrer Kinder im Bildungssystem einbeziehen („Legislaturindikator“, 2024). Mit dieser Bachelorarbeit wird untersucht, wie Mütter migrationsbedingte mehrsprachige Kinder die Mehrsprachigkeit ihrer Kinder und den Umgang damit im Bildungssystem erleben. Um diese Frage beantworten zu können, wird für diese Bachelorarbeit ein qualitatives Forschungsdesign mit narrativen Interviews angewendet. Die Interviews werden mit drei Müttern geführt, die unterschiedliche mehrsprachige Hintergründe aufweisen. Der kollaborativ entwickelte Leitfaden enthält sowohl narrative als auch problemzentrierte Fragen. Die Transkription erfolgt grösstenteils manuell, wobei standardisierte Regeln zur Einheitlichkeit der Daten verwendet werden. Die Datenanalyse basiert auf der Grounded Theory, wobei die Interviews in mehreren Codierungsphasen (offenes, axiales, selektives Codieren) systematisch ausgewertet werden. Daraus werden Kernkategorien abgeleitet, die zentrale Aspekte der elterlichen Wahrnehmung von Mehrsprachigkeit widerspiegeln. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mütter die Mehrsprachigkeit ihrer Kinder als Bereicherung wahrnehmen, insbesondere im Hinblick auf die persönliche Entwicklung, kognitive Fähigkeiten und soziale Integration. Gleichzeitig berichten sie jedoch auch von Herausforderungen, insbesondere im schulischen Kontext, wo sprachliche Barrieren den Bildungserfolg beeinflussen können. Die Interviews verdeutlichen, dass das Schweizer Bildungssystem primär auf Deutsch als Unterrichtssprache ausgerichtet ist und alternative sprachliche Ressourcen von Kindern mit Migrationshintergrund oft nicht ausreichend berücksichtigt werden. Während einige Kinder gezielte sprachliche Förderung erhalten, fehlen anderen adäquate Unterstützungsangebote. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer flexibleren und individuell angepassten Sprachförderung, um Bildungsungleichheiten zu reduzieren und damit Chancengleichheit zu gewährleisten.

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