Elternperspektiven auf die Sprachentwicklung mehrsprachiger Kinder
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Fragestellung, wie Eltern mehrsprachiger Kinder die sprachliche Bildung und Entwicklung ihrer Kinder wahrnehmen. Während sich die Forschung zur Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext häufig auf die Perspektive der Schule konzentriert, ist eine umfassende Betrachtung des Themas nur möglich, wenn verschiedene Blickwinkel einbezogen werden. Ein zentraler, jedoch oft vernachlässigter Aspekt ist die Sichtweise der Eltern, die massgeblich zur sprachlichen Sozialisation ihrer Kinder beitragen und deren Sprachentwicklung sowohl im schulischen als auch im ausserschulischen Umfeld beeinflussen. Der Fokus dieser Arbeit wird daher gezielt auf die elterliche Perspektive gelegt. Im Rahmen einer qualitativen Fallstudie haben die Autorinnen dieser Arbeit drei leitfadengestützte Interviews mit Müttern mehrsprachiger Kinder geführt, um deren Erfahrungen, Herausforderungen und Strategien im Umgang mit Mehrsprachigkeit zu erfassen. Zur Analyse des erhobenen Datenmaterials wurde die Grounded Theory-Methode angewandt, die es ermöglicht, theoretische Konzepte induktiv aus den erhobenen Daten zu entwickeln. Durch diesen explorativen Ansatz konnten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Herausforderungen Eltern mehrsprachiger Kinder erleben, welche Strategien sie zur sprachlichen Förderung ihrer Kinder einsetzen und wie sie den Einfluss der schulischen Sprachbildung auf die Gesamtentwicklung ihrer Kinder bewerten. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, ein tieferes Verständnis für die elterlichen Perspektiven auf Mehrsprachigkeit zu entwickeln und Implikationen für die schulische Praxis abzuleiten. Ziel dieser Arbeit ist es, die sprachlichen Entwicklungsprozesse mehrsprachiger Kinder im Zusammenspiel mit familiären, sozialen und schulischen Faktoren besser zu verstehen.