Die Schule im Kommunismus : Erziehung und Schule in der Deutschen Demokratischen Republik

Diese Arbeit untersucht, inwiefern das Schulsystem der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zur Entwicklung einer sozialistischen Identität junger Menschen beigetragen hat. Im Fokus steht die Funktion der Schule als politisches Instrument der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), mit dem Ziel, eine sozialistische Persönlichkeit zu formen. Besonderer Fokus lag auf der ideologischen Durchdringung des Unterrichts, der politischen Steuerung des Lehrpersonals sowie der institutionellen Kontrolle schulischer Sozialisation. Die Ergebnisse zeigen, dass das Bildungssystem in der DDR auf eine umfassende ideologische Prägung ausgerichtet war: Der Unterricht war durchweg politisiert, Lehrpersonen fungierten als staatliche Erziehungsbeauftragte und es wurde eine Loyalitätsbildung zum Staat erwartet. Allerdings lässt sich die Frage nach der tatsächlichen Wirkung auf die Identitätsbildung nicht eindeutig beantworten. Es fehlen belastbare Daten, die zeigen, ob und wie sozialistische Werte von Schülerinnen und Schüler internalisiert oder übernommen wurden. Es wird deutlich, dass die Schule strukturell und inhaltlich auf politische Indoktrination ausgelegt war. Der tatsächliche Einfluss auf die persönliche Identität kann jedoch nicht gezeigt werden, da weitere Sozialisationsinstanzen wie die Familie, Peers und Medien nicht betrachtet werden. Somit bleibt die Hauptfragestellung unbeantwortet. Zukünftige Forschungen könnten mehr auf die Erziehungswirklichkeit eingehen und versuchen herauszufinden, wie die Schule auf das Individuum tatsächlich gewirkt hat. Dabei muss ein differenzierterer Blick auf das Spannungsfeld zwischen staatlicher Erziehungsabsicht und individueller Identitätsentwicklung gewonnen werden.

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