Upcyclende Musik : Musizieren etwas anders

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Selbstbau von Musikinstrumenten als pädagogisch wertvollen Ansatz für den Musikunterricht der Primarstufe. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Schulen über unzureichende oder veraltete Instrumentarien verfügen, wodurch praktische musikalische Erfahrungen für Schülerinnen und Schüler eingeschränkt bleiben. Der Selbstbau von Instrumenten wird in dieser Arbeit als kreative, inklusive und nachhaltige Alternative entwickelt, die vielfältige Bildungsziele miteinander verbindet. Zentrale Fragestellung war: Wie kann der Selbstbau von Instrumenten im Musikunterricht so gestaltet werden, dass er pädagogisch sinnvoll, nachhaltig und praktisch umsetzbar ist? Zur Beantwortung dieser Frage wurden einschlägige Fachliteratur, musikpädagogische und fachdidaktische Konzepte sowie eigene unterrichtspraktische Erfahrungen analysiert. Ergänzt wurde die theoretische Auseinandersetzung durch einen konkreten Unterrichtsentwurf mit Klanggeschichten, Reflexionsphasen und Bauanleitungen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Selbstbau von Instrumenten zahlreiche Potenziale birgt: Er fördert musikalische, handwerkliche und kreative Kompetenzen, ermöglicht differenziertes und inklusives Lernen, stärkt die Selbstwirksamkeit der Kinder und sensibilisiert sie für nachhaltiges Denken. Besonders hervorzuheben ist die soziale Komponente: Der gemeinsame Bauprozess schafft kooperative Lernräume und stärkt das Klassenklima. Gleichzeitig identifiziert die Arbeit zentrale Herausforderungen – etwa die methodisch-didaktische Einbettung, notwendige schulorganisatorische Ressourcen oder die Balance zwischen Kreativität und musikalischer Qualität. Daraus werden praxisorientierte Empfehlungen für Aus- und Weiterbildung, Unterrichtsplanung sowie Schulentwicklung abgeleitet. Die Arbeit schliesst mit der Empfehlung, den Selbstbau als festen Bestandteil eines ganzheitlichen Musikunterrichts zu etablieren. Er darf kein isoliertes Bastelprojekt sein, sondern soll durch musikalische Nutzung im Unterricht, Reflexion und Präsentation zu einem sinnstiftenden und nachhaltigen Lernprozess werden, der Kinder ganzheitlich fördert.

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