Integration von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung in den Schwimmunterricht der Primarschule
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Bedingungen und Strategien, mit denen die Integration von Schüler*innen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) im regulären Schwimmunterricht an Primarschulen gelingen kann. Ein qualitativer Forschungsansatz wurde ausgehend von einigen theoretischen Grundlagen zu Inklusion, ASS sowie zu allen Besonderheiten des Schwimmunterrichts gewählt. Die empirische Untersuchung stützt sich auf drei Experteninterviews mit erfahrenen Schwimmlehrpersonen, darunter eine Fachperson, die zusätzlich umfassende Erfahrung im Bereich des Behindertensports mitbringt. Die Interviews sind allesamt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet worden. Hierbei wurden induktiv Kategorien gebildet. Die Ergebnisse zeigen alles in allem ein vielschichtiges Bild: Kinder mit ASS zeigen allerlei unterschiedliche Verhaltensweisen im Schwimmunterricht, wobei sowohl sensorische Herausforderungen (z. B. Lärm, Körperkontakt), sowie sensorische Chancen eine zentrale Rolle spielen. Fachpersonen betonen die Sicherheit als elementare Voraussetzung für jegliches pädagogisches Handeln im Wasser. Entscheidend sind dabei sowohl eine gute Sichtbarkeit als auch ausreichende personelle Ressourcen und eine vorausschauende Planung. Es wurde auch deutlich, dass zur erfolgreichen Integration eine klare Strukturierung sowie Rituale und auch differenzierte methodisch-didaktische Ansätze beitragen können. Ebenso wurden sowohl ein unterstützendes Klassenklima als auch eine sensible Beziehungsgestaltung als bedeutsam identifiziert. Die Ergebnisse zeigen gleichzeitig auch, dass bei den Lehrpersonen Unsicherheiten bestehen und zwar insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit unvorhersehbarem Verhalten sowie mit sensorischen Überforderungen.