Förderperspektiven im Vergleich : Wie SHP- und DaZ-Lehrpersonen dasselbe Kind einschätzen

Diese vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der professionellen Wahrnehmung von zwei Kindern durch zwei verschiedene Lehrpersonen, die in unterschiedlichen Förderbereichen tätig sind: eine Lehrperson ist im Bereich Sonderpädagogik tätig und arbeitet als eine schulische Heilpädagogin (SHP) und die andere Lehrperson ist im Bereich Deutsch als Zweitsprache tätig und unterrichtet als DaZ-Lehrperson. In dieser Arbeit steht die Frage im Fokus, wie ein und dasselbe Kind, das sowohl sprachlich als auch sonderpädagogisch gefördert wird, aus den jeweiligen Professionen wahrgenommen wird. Ziel der Arbeit ist Unterschiede und Überschneidungen in der Wahrnehmung aufzuzeigen und mögliche Konsequenzen für die zukünftige Zusammenarbeit aufzuzeigen. Für diese Arbeit und Fragestellung wurde eine qualitative, theoriebasierte Forschungsmethode gewählt. Die Datenerhebung erfolgte hierbei über ein Interview mit den beiden beteiligten Lehrpersonen, die zusammen mit den Kindern im Zentrum dieser Arbeit stehen. Die Auswertung dieser Interviews erfolgte mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse. In der Analyse wird deutlich, dass sich die SHP-Lehrperson auf die emotionalen und sozialen Kompetenzen fokussiert und dass auch das familiäre Umfeld wichtig für die SHP-Lehrperson ist. Der Schwerpunkt bei der DaZ-Lehrperson liegt ganz klar bei den sprachlichen Kompetenzen und darin, dass das Kind gut in den Unterricht, trotz der sprachlichen Barriere, eingebunden ist. In der Diskussion sieht man klar, dass die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Lehrpersonen durch die beruflichen Rollen entstehen. Daher ist es wichtig, dass es eine gelungene Zusammenarbeit zwischen den Lehrpersonen gibt, um Kindern mit komplexem Förderbedarf gut zu fördern. Dennoch fehlt es an den meisten Schulen oft an den passenden Strukturen, um eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen. Weitere Fragestellungen in dieser Arbeit betreffen vor allem die Elternarbeit. Die Arbeit bietet somit einen tiefen und wichtigen Einblick in das Zusammenspiel der verschiedenen Berufe und Förderbereiche und soll dazu anregen, das eigene pädagogische Handeln in der Zukunft im Hinblick auf Kooperation und auch teilweise die eigene Wahrnehmung zu reflektieren.

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