Geschlechterspezifische Unterschiede in gestalterischen Fächern : Eine Untersuchung zur Motivation und Sozialisation im Schulkontext
Diese Bachelorarbeit untersucht Unterschiede in der Motivation für das Fach Kunst aufgrund des Geschlechtes. Es wird untersucht, was Motivation ist und wie diese beeinflusst werden kann. Besonders liegt dabei im Fokus, wie Mädchen und Jungen aufgrund unterschiedlicher Geschlechtssozialisation unterschiedlich beeinflusst werden. Die Grundlage für diese Untersuchungen bietet eine quantitative empirische Befragung von 73 Kindern der 5. und 6. Klasse. Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen in allen untersuchten Bereichen – Motivation, Selbstbild und Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung sowie Fachpräferenz – signifikant höhere Werte erzielten als Jungen. Diese Unterschiede lassen sich durch theoretische Konzepte wie die Selbstbestimmungstheorie, den Pygmalion-Effekt und geschlechtsspezifische Sozialisationsprozesse erklären. Gleichzeitig zeigte sich bei den Jungen eine grössere Streuung, was auf eine stärkere Heterogenität innerhalb dieser Gruppe hindeutet. Aufgrund der Umfrage ergeben sich Erkenntnisse für Lehrpersonen und ihre Unterrichtsgestaltung. Sie sollen sich ihrer Rolle im Prozess der Sozialisierung bewusst sein, ein unterstützendes Klassenklima fördern und geschlechtersensible Zugänge im Kunstunterricht ermöglichen. Die Arbeit leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis geschlechterspezifischer Motivationsunterschiede und sensibilisiert Lehrpersonen für ihre Rolle in der Geschlechtssozialisation sowie für eine gleichwertige Förderung aller Schülerinnen und Schüler.