Mehrsprachigkeit : Einblick in die Überzeugungen von Primarlehrpersonen
Mehrsprachigkeit ist durch die vier Landessprachen ein fester Bestandteil der Schweiz und stellt somit auch ein zentrales Thema im schulischen Kontext dar. Welche geteilten Überzeugungen gegenüber Mehrsprachigkeit haben Primarlehrpersonen? Diese Frage wurde im Rahmen der vorliegenden Bachelorarbeit mithilfe der Q-Methode untersucht – einem Forschungsansatz, der qualitative und quantitative Elemente kombiniert. Mit Unterstützung des Programms KADE konnten drei sogenannte Viewpoints gebildet werden, die jeweils Gruppen von Personen mit ähnlichen Sichtweisen repräsentieren. Alle drei Viewpoints zeigen, dass Lehrpersonen im Kanton Thurgau Mehrsprachigkeit grundsätzlich offen gegenüberstehen. Weder negative Gefühle noch Frustration sind in den erhobenen Daten erkennbar. Während einige Lehrpersonen den Nutzen von Mehrsprachigkeit insbesondere im Spracherwerb betonten, schätzten andere vor allem deren kulturellen Wert. Weitere wiederum sehen Mehrsprachigkeit als Verbindung mehrerer gesellschaftlich relevanter Themen wie Arbeitswelt, Sprachenlernen, Kultur und Politik. In Bezug auf die Subfragestellung zu Alter und Berufserfahrung zeigte sich, dass aufgrund der selbstgewählten Alterskategorien und der festgelegten Schwelle für die Berufserfahrung keine allgemeingültige Aussage getroffen werden konnte. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Mehrsprachigkeit in der Schweiz nicht nur Realität ist, sondern von Lehrpersonen überwiegend als Bereicherung wahrgenommen wird.